#5 Getting Started 5 - Warum OKAY beim Blutdruck nicht reicht (mit Marco von immocation)
Shownotes
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00:00 Intro & Überblick Blutdruck 01:31 Was ist ein optimaler Blutdruck wirklich 02:18 Neue Leitlinien & warum „hochnormal“ nicht reicht 03:14 Warum erhöhter Blutdruck so gefährlich ist 06:07 Probleme bei der Blutdruckmessung im Alltag 08:19 Blutdruck im Alltag vs. Ruhewert 09:36 Marcos persönliche Erfahrung 11:25 Belastungsblutdruck & Extremwerte 13:14 Start der Therapie mit Medikamenten 14:06 Was Blutdruck im Körper bedeutet 16:40 Warum hoher Blutdruck Gefäße schädigt 18:14 Zielwerte & individuelle Einstellung 21:14 Ursachen für hohen Blutdruck 24:29 Einfluss von Lifestyle vs. Medikamente 26:46 Arten von Blutdruckmedikamenten 29:34 Medikamente neu denken (Longevity-Ansatz) 31:41 Warum Blutdruck sich über Zeit verändert 33:10 Ergebnis: Marcos optimierter Blutdruck 34:42 Tages- vs. Nachtwerte richtig verstehen
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(0:00 - 0:13)
Herzlich willkommen beim Long Game Podcast. Wir bei Long Game wollen, dass möglichst viele Menschen lange und vor allem gesund leben und du mir jetzt deine maximale Performance abrufst. Wir sind hier immer noch in der Serie Getting Started, in der wir einmal unser Longevity-Basiswissen weitergeben.
(0:13 - 0:36)
Und heute soll es um das Thema Blutwerte gehen. Wir gehen heute einmal gemeinsam mit Markus, dem Arzt im Bunde, und Marco, dem Patienten im Bunde, gehen wir einmal Marcos komplettes Blutbild durch. Wir gehen durch die großen Blutwerte, die relevant sind, die für Markus in seiner Diagnose für die präventive Medizin relevant sind und schauen uns also insgesamt über 110 Blutwerte an.
(0:36 - 0:55)
Ich muss sagen, ich als Laie kannte ganz, ganz viele von diesen Werten am Anfang nicht. Für mich war es super spannend, einmal darüber zu lernen, was man eigentlich wie sich genau anschaut. Und gleichzeitig muss ich auch manchmal den Kopf stellen, wo ich mir denke, Wahnsinn, dass so manch ein Wert, Stichwort LPA, ApoE, ApoB, noch nicht verpflichtend bei jedem Hausarzt abgenommen wird.
(0:56 - 1:14)
Wenn du diese Werte noch nicht kennst, keine Sorge, genau die erklären wir. Auch ist es spannend für mich zu sehen, wie Markus gemeinsam mit dem Ultraschall ein Bild sich baut über einen Körper. Er schaut sich erstmal die Organe im Ultraschall an, wie die ausschauen und schaut dann auf die entsprechenden Blutwerte für jedes Organsystem und kann auf Basis dessen sehr, sehr gut erkennen, wo potenziell was im Körper schiefläuft.
(1:14 - 1:24)
Also das ist ein super spannender Ansatz, in den wir heute tiefer reingehen, auf Basis der Blutwerte. Also, geht gerne, wir haben ganz viel zu covern. Ich wünsche euch viel Spaß, gute Insights und let's go.
(1:31 - 1:50)
Die Basisuntersuchung, die man auf jeden Fall braucht, ist einmal die Blutdruckmessung. Und auch hier ist es halt häufig, dass der perfekte Blutdruck ist unter 120 zu 70, sogenannte Millimeter HGI, also Millimeter Quecksilbersäule. 120 zu 70, nicht 80.
(1:51 - 2:17)
Ja, die Studie ist auf 120 zu 70 gepowert gewesen, man hat es aber auf 120 zu 80 dann gesetzt. Aber richtig, richtig perfekt wäre unter 120 zu 70. Es gab bis vor einem Vierteljahr die Einteilung in normal, hochnormal und erhöhten Blutdruck oder dann Bluthochdruck die Diagnose.
(2:18 - 2:57)
Und da ist es jetzt so, dass vor einem Vierteljahr die Leitlinie angepasst wurde, dass man den perfekten Blutdruck definiert und ab dann ist es ein erhöhter Blutdruck, weil man eben gemerkt hat, dass wenn man den Blutdruck niedrig ist, dass es so besser ist. Krasse Differenzierung, also hochnormal klingt ja irgendwie so ein bisschen... Ja, also entweder er passt oder er passt halt nicht. Und es ist schon so ein bisschen so ein Drumherum-Schwänzeln, mache ich jetzt was oder mache ich nichts? Und da bin ich ein bisschen aggressiver dahingehend, weil ich mir denke, naja, wenn ich mir die Frage stelle, passt es denn noch oder nicht? Dann habe ich eigentlich schon meine Antwort.
(2:59 - 3:14)
Es ist alles verschneit, die Straßen sind kaputt. Ich habe aber Bock, feiern zu gehen. Setze ich mich jetzt ins Auto und fahre 200 Kilometer über die Landstraße oder bleibe ich daheim und gehe das nächste Mal, wenn die Straße besser ist? Nehme ich das Risiko? Und allein, wenn ich danach denke, weiß ich eigentlich schon die Antwort.
(3:14 - 4:24)
Und warum bist du da so quasi kritisch und so quasi in Anführungszeichen aggressiv? Was ist denn das Problem daran, wenn man da drüber liegt mit seinem Blutdruck? Ich bin deshalb so scharf dahingehend, weil die Studien, die dazu gelaufen sind, oder es gibt vor allem eine bahnbrechende Studie, die einfach gezeigt hat, dass wenn das Testkollektiv der Teilnehmer der Studie unter 120 zu 70 eingestellt war, die einfach viel, viel, viel weniger tödlich verlaufende Ereignisse hinsichtlich Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, und die eben nicht perfekt eingestellt waren, so eklatant höhere Einschlagszahlen hatten, dass man irgendwann die Studie aus ethischen Gründen abgebrochen hat und gesagt hat, okay, das geht nicht, wir murksen hier gerade unser Teilnehmerkollektiv mehr oder weniger ab. Also der Blutdruck muss eingestellt sein. Also die Studie, wo Leute quasi mit einem erhöhten Blutdruck gelassen wurden, wurde abgebrochen aus ethischen Gründen? Genau.
(4:26 - 4:33)
Das ist krass. Das ist richtig krass. Und über was für einen Blutdruck reden wir dann? Und da spricht man über einen Blutdruck, also perfekt, unter 120 zu 70.
(4:34 - 4:52)
Es gab dann einen Graubereich, dieses bis hoch normal, wo man gesagt hat, 120 bis 130, also der erste Wert, den man misst, der systolische Wert. Und dann gibt es den hoch normalen Bereich von 130 bis 140. Und über 140 hat man erst von Bluthochdruck gesprochen.
(4:52 - 5:33)
Jetzt weiß man aber mittlerweile, dass eben der Bereich 120 bis 130 bereits ein 50 bis 60 Prozent relatives Risiko, potenziell einen tödlich verlaufenden Herzinfarkt zu bekommen, mit sich bringt. Also sprich, ein Bereich, bei dem man noch drüber spricht, von 120 bis 130, ist ein Bereich, bei dem man sonst in der Medizin bis vor einiger Zeit gesagt hat, na ja, ist ein Ticken höher, aber passt schon noch, geht noch. Und auch hier in der Leitlinie eben derzeit immer noch beschrieben ist, als zumindest jetzt erhöhter Blutdruck.
(5:33 - 5:47)
Also man weiß, es ist nicht mehr ganz perfekt, was einem dieses Hochnormal sonst suggeriert hat. Und darum ist es schon so, dass man eben sagt, der Blutdruck gehört perfekt eingestellt. Da muss man ein bisschen differenzieren.
(5:47 - 6:07)
Auch hier, es geht immer um die individuelle Einstellung. Also gerade ältere Leute würde man jetzt nicht zwingend so scharf einstellen, weil wenn ich jemandem den Blutdruck runterfahre, dann wird den schwindelig, dann fallen die schneller, stürzen leichter. Und so ein Körper braucht auch eine gewisse Zeit, um sich darauf einzustellen.
(6:07 - 6:34)
Also wenn ich jemanden jetzt habe, der mir mit einem Blutdruck von 140 kommt, den knalle ich nicht binnen zwei Wochen auf einen Blutdruck von 115 runter, weil der kommt mir vom Sofa nicht mehr hoch. Aber man muss den Körper daran gewöhnen, über mehrere Wochen und sukzessive den Blutdruck einstellen, damit man das System eben bestmöglichst einstellt. Was ich so nervig finde, wir kommen jetzt gleich zu meiner Geschichte, was ich so nervig finde beim Thema Blutdruck, ich habe da selber sehr sehr viel auch gemessen.
(6:35 - 6:49)
Also man kann sich so eine Manschette kaufen, kostet 20 Euro bei Amazon, die Geräte sind da schon relativ genau. Was schwieriger ist, ist den Blutdruck die ganze Zeit über den Tag zu messen. Das geht dann mit so Armbändern zum Beispiel, gibt es mehrere, die das mittlerweile machen.
(6:50 - 7:05)
Das ist, habe ich gemerkt, deutlich ungenauer, weicht oft ab, wenn ich daneben solche Manschetten... Man hat Schwankungen bis 20 Millimeter Geunterschied. Was es schon fast unbrauchbar macht teilweise. Genau, weil da ist es nämlich von, ich habe einen perfekten Blutdruck von 120 bis ich habe einen übermäßig erhöhten Blutdruck von 140.
(7:06 - 7:25)
Und was nervig ist, eine richtige Blutdruckmessung ist ja dann schon mit irgendwie hinsetzen und sich ein bisschen 2 Minuten runterfahren, nur im Sitzen gibt es ein Protokoll, wie man das alles macht. Das kann man vielleicht auch anbieten, dass man sowas mal zum Download irgendwie zur Verfügung stellt. Da gibt es ein paar Tipps, wie man richtig Blutdruck misst.
(7:26 - 7:48)
Und dann muss man drei Messungen machen, innerhalb von ein paar Minuten aufeinander folgen, den Mittelwert bilden und bla. Und das ist unglaublich schwer im Alltag, wo steht mein Blutdruck wirklich? Aber auch hier weiche ich bewusst von der Norm ab. Weil das, was du jetzt gesagt hast, ist völlig korrekt, wird auch von der Deutschen Hochdruckliga so zu Recht gesagt.
(7:48 - 8:19)
Was erlange ich mit der Form der Messung? Die Deutschen Hochdruckliga. Gut, ne? Was erreiche ich mit der Messung? Ich bekomme raus, dass wenn ich in absoluter Ruhe und Entspannung bin, ob ich per se einen erhöhten Blutdruck habe. Weil es gibt einen Unterschied, ob ich grundsätzlich einen hohen Druck habe oder ob ich sonst einen normalen Blutdruck habe.
(8:19 - 8:37)
Aber wenn ich meinen Alltag mache, meinen Beruf und in der Taktung höher bin, ob ich dann einen hohen Blutdruck habe. Ich habe zum Beispiel gar nicht wenige Staatsanwälte als Patienten, die haben am Wochenende einen völlig normalen Blutdruck, haben alles durchgemessen und probiert. Und unter der Woche laufen die mit 150.
(8:40 - 9:03)
Und dementsprechend geht es mir darum, eigentlich nicht zu wissen, dass wenn ich zehn Minuten meditiert habe und völlig entspannt bin, ob ich dann einen hohen Blutdruck habe oder nicht. Weil ich den Alltag, ich muss dem ja dann meinen Patienten sagen, super, wenn du entspannt bist, hast du einen normalen Blutdruck, also meditier den ganzen Tag. Sondern ich muss ja wissen, wie ist der unter der Taktung.
(9:03 - 9:20)
Das heißt, ich weiche bewusst von der Form ab, wenn ich die Leute selber messen lasse, dass ich sage, daheim, miss mal früh, direkt nach dem Aufstehen. Also am besten eigentlich noch, wenn du die Augen aufmachst und im Bett legst, um mal zu sehen, wie komme ich aus der Nacht. Miss einmal unter Tag.
(9:21 - 9:36)
Wenn du voll im Job stehst, gerade dran denkst, hinsetzen, Gerät dran, bumms, messen. Das ist einfach zu sehen, wo laufe ich so. Und dann eben abends, wenn ich so allmählich zur Ruhe komme, wo komme ich daraus? Dann kriegt man so ein bisschen ein Bild, wo steht man überhaupt.
(9:36 - 9:49)
Okay, jetzt zu meiner persönlichen Reize zum Thema Blutdruck. Das wird auch spannend, wenn ihr dann Stefan hier nochmal habt, weil der hat ja quasi angeboren da ein Problem. Ich habe bei mir irgendwann festgestellt, dass ich einen Belastungskopfschmerz habe.
(9:49 - 10:01)
Ich habe Krafttraining gemacht und dann war das wie so ein Donnerschlag, Kopfschmerz, so schlimm, dass ich abbrechen musste. Und noch schwindelig war es zehn Minuten lang, bis das wieder irgendwie runterkam. Das trat immer ein bisschen öfter aus.
(10:01 - 10:20)
War sicherlich auch eine Phase, wo ich mich sehr intensiv belastet habe, mit dem Sport und so. Und war bei zig, war auch mit Migräne, Untersuchung und so weiter und bin natürlich auch beim Thema Blutdruck vorbeigekommen. Ich habe immer bei Messungen über den Alltag, bin ich irgendwo bei einer guten 130, 130 bis 135 rausgekommen, so ungefähr.
(10:21 - 10:38)
Was ich schon eben überhaupt nicht ideal fand. Ich wollte eben gern, weil ich das wusste und diese Studien, ich wollte 120 haben. Und habe irgendwie das Gefühl gehabt, vielleicht gibt es ja auch Belastungsbluthochdruck, dass da wirklich so richtig, weiß ich nicht, so stelle ich es mir vor, Druck auf den Kessel und dann kriege ich die Kopfschmerzen und keine Ahnung.
(10:38 - 10:50)
Auf den Zusammenhang. Ja, okay. Jetzt war ich dann bei einer Ärztin, habe das auch messen lassen, hatte eine auch 24 Stunden Blutdruckmessung.
(10:51 - 11:05)
Die war relativ unauffällig. Da war ich auf meinem Zielwert von ein bisschen was unter 120. Was ich total strange fand, weil ich habe an den Tagen davor und danach selber mit Manschetten gemessen und während dieser 24 Stunden Blutdruck auch.
(11:05 - 11:13)
An diesen 24 Stunden hatte ich einen deutlich niedrigen Blutdruck als sonst. Warum auch immer. Das hat mich schon mal, wo ich dachte, Mist, mit der Messung weiß ich jetzt auch nicht so ganz.
(11:14 - 11:25)
Und dann hat man mich aufs Rad gesetzt und währenddessen Blutdruck gemessen und hat erstmal einen Ruheblutdruck festgestellt von 127 zu 82. Auch wieder dieses typische bisschen. Passt wieder zu dem, was du von dir kennst.
(11:25 - 11:33)
Genau. Und Belastungsblutdruck von 269 zu 98. Da ist Druck auf den Kessel.
(11:33 - 11:39)
Das ist einfach zu viel. Definitiv. Es kommt ein bisschen darauf an, wie viel Watt du getreten hast.
(11:40 - 11:46)
Wie hoch das ging. 250. Das ist eine gute Wattzahl auf jeden Fall.
(11:48 - 12:01)
Normalerweise kommst du da schon auf 200 oder auch mal 220. Aber dann ist schon, wo man sagt, mehr sollte jetzt auch nicht unter der Belastung kommen. Aber 269 ist insane.
(12:01 - 12:11)
Das ist definitiv so. Jetzt wollen wir gar nicht in das Thema Belastungsbluthochdruck tief einsteigen, weil ich weiß nicht, wie viele das betrifft. Aber um was es mit grundsätzlich geht.
(12:11 - 12:25)
Wir haben dann, als wir uns dann kennengelernt haben und nochmal gemessen und du hast gerade auch die Frage aufgeworfen im Vorgespräch mit Variables und so. Ich habe eben auch verschiedene Armbänder benutzt, habe die auch geeicht. Die Abweichungen sind groß, aber man kann ja tendenzen.
(12:26 - 12:36)
Genau. Ich würde es nicht als mein Heiligtum sehen, was da an Werten rauskommt. Die sind deutlich besser geworden, die Variables.
(12:36 - 13:05)
Aber man muss sie schon regelmäßig eichen und im Blick behalten. Wie kann ich es verwenden, wenn ich sehe, mein Variable gibt mir ungefähr immer diesen Wert x raus und plötzlich steigt der über die letzten sechs, sieben, acht Tage sukzessive an oder ist immer deutlich höher, als ich es sonst von mir kenne. Dann sollten zumindest die orangenen Alarmglocken angehen, zu sagen, ich lasse es jetzt mal wieder anschauen, ob das überhaupt passt oder nicht.
(13:06 - 13:13)
Genau. Das habe ich auch gemacht. Da habe ich eben auch gesehen, dass ich dauerhaft diesen etwas erhöhten Blutdruck habe.
(13:14 - 13:25)
Das hat nicht funktioniert. Das kannst du über so Variables nicht sehen. Ich habe manchmal direkt nach einem Satz Squats, habe ich dann direkt danach Blutdruck gemessen, um das selber noch zu greifen.
(13:25 - 13:35)
Aber es war klar, da geht der Blutdruck relativ hoch und dauerhaft ist er wahrscheinlich auch einen Tick zu hoch. Das konnte ich nicht ganz präzise sagen, aber wir konnten das so ein bisschen ableiten. Dann hast du mir einen Blutdrucksenker gegeben.
(13:36 - 13:45)
Und zwar Candesartan. Candesartan, genau. 4 Milligramm, nehme ich seit einigen Monaten morgens eine Tablette.
(13:45 - 14:05)
Das ist eine... Was macht das? Vielleicht kannst du an der Stelle einmal kurz erklären, was Blutdruck überhaupt ist und was das Medikament macht, um das zu senken. Blutdruck, ich habe, wenn ich messe, immer zwei Werte. Im Volksmund heißt es der erste und der zweite oder der obere und der untere Wert.
(14:06 - 14:20)
Das ist der sogenannte systolische und diastolische Wert. Die Systole ist der Moment, an dem das Herz das Blut in die Arterien, in den Körper auswirft. Das heißt, das ist der Druck, der ins Gefäß reinschiebt.
(14:21 - 14:40)
Der einmal durch die Gefäße durchgeschossen wird. Das ist der systolische Wert. Der diastolische Wert ist quasi dann, wenn ich nicht weiter Blut durch die Gefäße drücke, sondern wenn es so eine Art Nulllinienfluss ist, also so ein Ruhezustand, was an Grundspannung an meinem Gefäßsystem anliegt.
(14:41 - 15:02)
Darum ist das schon der Teil, also der diastolische Wert ist eigentlich so ein bisschen der wichtigere, weil das ist eben die Grundspannung, die da ist. Und wenn ich immer eine erhöhte Grundspannung habe, ist es auch nicht gut. Aber es ist schon so, dass man natürlich auch nicht immer solche Blutdruckspitzen sich durch die Gefäße jagen sollte.
(15:03 - 16:40)
So setzt sich Blutdruck zusammen. Was kann ich mit Medikamenten machen? Es gibt verschiedene Regulationsmechanismen, wie Blutdruck reguliert wird und vor allem über Hormone. Warum ist ein hoher Blutdruck dauerhaft für uns ein Problem? Erhöhter Blutdruck ist insofern ein Problem, weil zum einen gefällt es den Gefäßen nicht, wenn ich jedes Mal da mit so viel Push durchgehe und gerade, man muss sich ja vorstellen, ich habe ein großes Gefäß, von dem geht kleinere ab und immer weiter, immer weiter, bis ganz kurz vom Organ so ganz feine, kleine Gefäße sind.
In diesen kleinen Gefäßen habe ich genau denselben Druck wie in den großen Gefäßen. Und wenn ich natürlich jetzt durch so ein Rohr einen Druck von 150 durchschiebe, dann juckt das Rohr weniger als wenn ich durch ein H-breites Gefäß 170 durchjage, dann ist das Gefäß so unter Anspannung, dass es einfach mit der Zeit kaputt geht. Das heißt, meine kleinen Gefäße gehen entweder kaputt, das bedeutet, die Durchblutung der Organe wird schlechter, weil ich nicht mehr so gute Durchblutung hinbekomme.
Und das andere Hauptrisiko mit ist, durch diese vermehrte, der Druck, der durch die Gefäße geht, habe ich einen stärkeren Blutstrom, der durch die Gefäße geht. Und dieser vermehrte Blutstrom führt zu stärkeren Scherbewegungen an der innersten Gefäßwand. Und diese Scherspannung, die da entsteht, oder Bewegung, führt zu einem Reiz der innersten Gefäßwand und Reiz führt zu entzündlichen Prozessen, was zu Ablagerungen und Einlagerungen von Cholesterin kommen kann.
(16:40 - 17:56)
Siehe Folge 1. Siehe Folge 1, da sind wir genau drauf eingegangen. Markus ist großer Fan in Anführungszeichen von Entzündungen. Die muss man verstehen, diese entzündlichen Prozesse.
Wir hatten da ein Bild von der Autobahn und so. Was da passiert? Keine Ahnung, da wird die ganze Zeit irgendwas durch die Autobahn jetzt durchgeschickt, was irgendwie die Seiten poröser macht und sich schneller wieder unser Müll ansammeln kann, weil wir wieder entzündliche Prozesse haben und so. Deswegen ist Blutdruck so schädlich und erhöht mein Risiko für einen Herzinfarkt deutlich.
Herzinfarkt und eben Organschwäche. Ein erhöhter Blutdruck führt langfristig auch zu einer schlechteren Funktion der Niere zum Beispiel. Plus, wenn ich einen richtig deutlich zu hohen Blutdruck habe, sprich ab 200, 220 aus Ruhe heraus, gibt es auch, gehe ich Gefahr, dass die Feingefäße im Hirn platzen.
Und dann habe ich nochmal ein anderes Problem. Zahlt das auch irgendwie wieder schlechter ein auf unsere anderen Entgegner? Ja. Sieht man, manchmal sind doch Leute so ein bisschen mehr rot irgendwie.
Ist das hoher Blutdruck? Das ist meistens. Gibt es auch andere Gründe, aber meistens ist es ein erhöhter Blutdruck. Den wollen wir senken.
(17:58 - 18:14)
Unabhängig von meinem Belastungskopfschmerz, das ist das eine, aber war mein dringendster Wunsch, dass ich für die nächsten Jahrzehnte nicht mit 130 rumrenne, nicht mit 125. Das ist auch zu diskutieren, haben wir auch schon Kommentare bekommen, wo wir da den Talk gemacht haben. Ja, aber das ist gar nicht so.
(18:14 - 18:25)
Meine Entscheidung, ich will mit 120 oder niedriger rumrennen. Ist auch so. Habe ich viel die Diskussion, wo ich sage, offiziell sollte ich sie da und da einstellen.
(18:25 - 18:37)
Macht man auch mal, dann laufen die rum. Teilweise manche kommen und sagen, boah, ich bin total schwindelig. Dann sagt man, gut, wir gehen jetzt erstmal auf 125, immer noch besser als 130, aber man muss ja auch funktionieren können.
(18:37 - 18:48)
Das muss man eben gucken, wann mache ich welchen Step. Du hattest noch gefragt, wie funktioniert es mit dem Blutdruck, nur das noch abschließend. Blutdruck wird vor allem über Hormone gesteuert.
(18:49 - 19:34)
Ich habe immer die Möglichkeit mit den Medikamenten entweder diese Hormone direkt zu stoppen, also dass die quasi gar nicht ihre Wirkung an den Gefäßen bedingen können oder jedes Gefäß hat einen Rezeptor, an den das Hormon oder der entsprechende Wirkstoff hingeht und ich kann eben auch den Rezeptor blocken, dass er sagt, okay, du kannst da gar nicht hin und so kann ich Blutdruck mit Medikamenten einstellen. Also Hormone, um es zu verstehen, fließen durch den Körper an die einzelnen Zellen. Wo entsteht denn der Blutdruck? Gibt es mehr Blutdruck, weil das Herz... Nicht, weil es besser pumpt, sondern weil die Gefäße steifer werden, sich zusammenziehen oder Blutdruck geht runter, wenn sie sich entspannen.
(19:34 - 20:04)
Und da geht quasi kleine Hormone gehen an diese Gefäße und sagen jedem einzelnen Gefäß, wir werden jetzt ein bisschen härter. Hormone, wir sprechen über die Blutbahn, das heißt, oder Blutgefäße, Hormone gehen ins Blut und werden durchs Blut überall hingespült. Und die Hormone gehen dann entweder an die Zell, an den Rezeptor, der an der innersten Gefäßwand an der Zellschicht ist oder teilweise werden die in die Zellen aufgenommen und wandern dann in eine Muskelschicht der Arterie rein und wirken dort direkt am Rezeptor.
(20:04 - 20:50)
Oder es gibt auch, wir hatten es auch in der ersten Folge über so Eiweiße, Proteine, die eben Funktionsweisen haben und es gibt eben auch Hormone, die verschiedene Eiweiße antriggern, zu sagen, mach jetzt mal was. Und dann hat dieses Eiweiß eine gewisse Funktion, um zum Beispiel an den Rezeptor der Zelle zu gehen und zu sagen, du Muskelzelle, ziehst dich jetzt zusammen, dann wird der Querschnitt des Gefäßes kleiner oder der Durchmesser und dadurch weniger Raum, geht der Druck hoch. Und warum machen Hormone manchmal einen, also warum sagen die es manchmal aus, dass sich die Gefäße entspannen sollen oder härter werden? Also ich brauche einen gewissen Grundblutdruck, damit meine Organe gut versorgt sind.
(20:50 - 21:13)
Das klassische Zeichen ist, wenn ich zu wenig Blutdruck habe, gehe ich in einen Kreislauf- Schock. Die meisten kennen es auch so, wenn ich zu wenig Blutdruck habe, man sitzt lange, steht schnell auf, dann wird es einmal so komisch, das ist auch was, wo einfach der Blutdruck kurz mal nicht so ganz nachkommt. Das heißt, zu wenig Blutdruck gehe ich in einen Schock, ich brauche einen gewissen Grundblutdruck.
(21:14 - 23:25)
Ich brauche aber auch manchmal mehr Blutdruck, zum Beispiel, wenn ich mehr Sport mache, dann brauche ich einfach eine andere Durchblutung meines Körpers. Da muss ich mit mehr Energie, mit mehr Druck arbeiten. Um das regulieren zu können, habe ich diese Hormone.
Aber warum hat jetzt eine Person einfach einen erhöhten Blutdruck, auch wenn sie quasi keinen Sport macht? Also, weil man muss ein bisschen unterscheiden, Blutdruck gibt es den sogenannten essentiellen Blutdruck, im Medizinischen ist es essentiell immer dann, wenn man nicht weiß, woher es kommt. Und hauptsache man gibt dem Ding einen Namen. Und da gibt es leider viel, viel Gründe.
Es gibt, also 80 bis 90 Prozent der Fälle von Blutdruck findet man keine Ursache. Dann gibt es die Ursache, ich habe Verkalkung an den Gefäßen, sprich meine Gefäße sind an sich nicht mehr so elastisch, damit habe ich nicht mehr diese Reaktionsfähigkeit auf mehr Druck, der kommt von den Gefäßen. Reicht da meine Verkalkung schon aus? Und dann habe ich Fälle, dass man eben an sich, einfach weil man höher taktet, weil man vom Typ so ist, eine Überausschüttung von Hormonen, wie Adrenalin zum Beispiel, dass man dadurch mehr Hormone hat, die den Blutdruck antreiben.
Und es gibt den sogenannten sekundären Bluthochdruck, das ist vor allem durch zum Beispiel manche Gefäßverengung, da spricht man über Gefäßverengung an den Nierengefäßen, oder es geht eben über eine hormonelle Fehlsteuerung des Blutdrucks, die bedingt ist durch, und das klingt immer so drastisch, ein Tumor in den entsprechenden Organen, der dieses Hormon selber bilden kann. Also sprich, das ist kein bösartiger Tumor in dem Fall, aber der hat einfach für sich gelernt, der ist in dem Organ, das den Blutdruck mit steuert, und wächst da, und da haben einfach diese Zellen die Fähigkeit erlangt, dieses Hormon auch steuern zu können. Und dadurch ist es jeglicher Regulationsmechanismen entsagt.
(23:26 - 23:50)
Also es gibt viele Gründe, man muss einfach dann ein bisschen gucken, woher das eben kommen kann. Okay, weil wenn man es so hört, klingt es erstmal so, der Körper reguliert das, okay, der wird dafür schon einen Grund haben, aber so ist es quasi nicht. Genau, es gibt Veränderungen, die sich entstehen im Laufe der Zeit, oder auch früh entstehen können, weshalb der Körper längs der Linie läuft sozusagen.
(23:51 - 24:27)
Und ich habe ja selber durchaus Einfluss, also Rauchen, Alkohol, schlechte Ernährung, Schlaf, Ausdauersport. Ja, es ist mir quasi wichtig an der Stelle zu sagen, ich bin alles andere als perfekt in diesen Bereichen, habe aber, wo wir jetzt damit angefangen haben, glaube ich, überhaupt nicht so gönnen, die zwölf Monate davor, die anderthalb Jahre davor, mich relativ gut verhalten in diesen Disziplinen. Ich habe mich nicht schlecht ernährt, gerade so noch meine E-Zigarette bin ich dann losgeworden, den Vape, aber Alkohol kein Thema, ganz wenig.
(24:29 - 24:40)
Ausdauersport mache ich immer, jede Woche mehrfach. Das war auch der Grund, warum wir bei dir mit Medikamenten begonnen haben. Weiß ich auch bewusst, weil ich weiß, ich kann selber nicht mehr so viel rausholen.
(24:40 - 25:00)
Stefan hat da eine Riesenreise hinter sich, der hat dann rote Betesaft jeden Tag getrunken und hat dann darüber Protokoll geführt. Ich glaube, er hat zehn einzelne Maßnahmen ausprobiert, die Blutdruck senken sollen und kam am Ende dabei raus, so ja, zwei davon sind nicht schlecht, wenn ich die weitermache, habe ich einen kleinen Benefit. Du hast einen gewissen Hebel über Sport und Ernährung.
(25:01 - 25:34)
Da ist es schon so, Kochsalz, arme Ernährung, da kannst du schon was rausholen, aber ich bringe jetzt jemanden nicht von 140 auf 120. Normalerweise das Erste, wenn ich sage, ich weiß, ich habe da noch Defizite, ich bin noch nicht wirklich gut aufgestellt in Sport, Ernährung, dann ist das etwas, wo man sagt, ein Vierteljahr gebe ich mir Zeit, das probiere ich aus und dann sehe ich. Wenn es sich zeigt, ich habe mich wirklich gut eingestellt oder optimiert in dem Punkt und es verändert sich so nahezu gar nichts, dann muss ich mal über Medikamente nachdenken.
(25:34 - 26:00)
Ich schwank da so in den letzten Jahren total auch, wie sehr ich diesen Effekt sehe, also ich war mal eine Zeit lang unterwegs, wo ich meine Ernährung umgestellt habe und so, also Medikamente brauchen wir eigentlich gar nicht, Hauptsache der Körper kriegt das alles von selber hin, wenn man den gut aufstellt. Dem ist mit Sicherheit überhaupt nicht so, du kommst einfach an einen Punkt, wo du nicht weiterkommst, egal wie du dich aufstellst, sieht man beim Thema Blutdruck, beim LPA-Thema, was wir bei mir haben. Deutlich.
(26:00 - 26:22)
Das kann ich nicht weiter optimieren und Gott sei Dank gibt es diese Medikamente, auf was man aber auch nicht darf ins andere Extrem umschlagen und sagen, ach komm, scheiß drauf, du werfst die Medikamente drauf, das ist mit Sicherheit nicht der richtige Ansatz. Habe ich auch durchaus Patienten, die irgendwann kamen und sagten, ach komm, ist egal, du weißt, ich ändere sowieso nichts, schraub den Cholesterinsenker hoch. Okay, das ist nicht der Ansatz.
(26:23 - 26:46)
Okay, genau, um meine Story abzuschließen, also nehme ich dieses Medikament, ich spüre davon gar nichts, weil das ist eine sehr niedrige Dosierung, oder? Ist das jetzt was, was den Rezeptor... Er schlägt super auf Placebo an. Ist das was, was den Rezeptor jetzt blockiert, oder was direkt das Hormon? Das blockiert den Rezeptor. Bei dir ist es in dem Fall so.
(26:46 - 29:04)
Also das heißt, was für eine Art von Medikament nimmt dann Marco, also was für eine Überkategorie von Blutdrucksenkern hat, nimmt Marco und was gibt es sonst noch für Blutdrucksenker? Also Marco hat den Überbegriff eines sogenannten Sartanes oder Satan. Es gibt dann noch ACE-Hämmer, das ist wie an einem Enzym, wo dann das Medikament wirkt. Es gibt sogenannte Calcium-Kanal- Antagonisten, also dass verschiedene Kanäle, die Calcium aufnehmen, blockiert werden.
Es gibt manche Wassertreibenden, also Medikamente, also sogenannte Diuretiker, die auch den Blutdruck senken, meistens in niedrigerer Dosierung eher Blutdruck, in höherer Dosierung eher Wasser raus. Es gibt dann noch andere Rezeptoren, an die Medikamente gehen können, also sogenannte Alpha-Blocker oder Beta-Blocker, das sind auch Überbegriffe. Wenn man Blutdruck einstellt, macht man derzeit eher nach Leitlinie häufig eine Kombinationstherapie, also sprich zwei Wirkstoffe zusammen, weil ich dann von beiden die niedrigeren Dosierungen oftmals brauche.
Bei Marco jetzt zum Beispiel war es so, dass man ja gar nicht so viel runter musste vom Blutdruck, darum haben wir gesagt, wir probieren jetzt mal eins aus, zur Not gehen wir mit einem anderen Wirkstoff rein. Das ist aber wirklich ein individuelles Ausprobieren. Und ab wann wird sowas relevant? Also kann es sein, dass man, wenn man schon im jungen Alter einfach einen hohen Blutdruck hat, dass du zu so einer Leichtdosierung tendieren würdest? Absolut.
Also es gibt auch Studien, die beschreiben den sogenannten Summationseffekt, bedeutet, wenn ich ein bisschen über meinem Perfekt bin, also nicht ganz optimal, ist es für den Jungen in dem Moment nicht schlimm, aber wenn ich das über Jahrzehnte ein bisschen drüber habe, wird es irgendwann ein Problem. Und dementsprechend ist es eben aufsummiert über die Jahre. Und darum ist es so, wo ich sage, wenn junge Leute zu mir kommen und sagen, ich bin da ein bisschen höher vom Blutdruck, teste ich mit denen alle Möglichkeiten aus, um es zu optimieren über ein Vierteljahr.
Wenn das allerdings sich zeigt, dass es zu hoch bleibt, stelle ich die mit einem Medikament auf den perfekten Blutdruck ein. Spannend. War er auch wieder ein Musterschüler.
(29:05 - 29:11)
Ja, ein Streber. Hast du mir nur keine Nachrichten geschickt, gar keinen Stress von dir. Deswegen war der so niedrig wahrscheinlich.
(29:11 - 29:20)
Genau. Ich finde das krass. Wenn man Blutdruck senkt, erhöht, klingt das ein bisschen wie Großvaters Medikamentengeschickte.
(29:21 - 29:33)
Du bist jetzt todkrank und fängst jetzt damit an. Aber quasi, dass das schon so einen relevanten Faktor ist, ist schon interessant. Ich sage halt den Leuten, die bei mir sitzen, man muss gedanklich so ein bisschen wegkommen.
(29:34 - 29:54)
Ich nehme jetzt Medikamente. Ich sehe jetzt nicht nur, aber ich sehe Medikamente ein bisschen wie auch mein Nahrungsergänzungsmittel. Weil es ist einfach so, ich habe manchmal Konstellationen, wo ich meinen Körper mit Maßnahmen, die ich selber in der Hand habe, nicht perfekt einstellen kann.
(29:56 - 30:05)
Wir werden über Vitamin D noch sprechen. Das ist auch so ein Thema in Deutschland. Wir wissen, dass Vitamin D die Stoffwechselprozesse unterstützt.
(30:06 - 30:30)
Insofern muss ich da gut aufgestellt sein. Es gibt aber einfach die Konstellation, dass manche Individuen in ihrem Blutdruck nicht perfekt aufgestellt sein können, weil sie auch genetisch etwas mitbringen. Dann kann ich mich nicht hinstellen und sagen, du bist ja jung und hast ein bisschen erhöhten Blutdruck und weil du jetzt jung bist, gebe ich dir nichts, sondern ich möchte ja, dass das perfekt läuft und dann muss ich etwas nehmen.
(30:30 - 30:50)
Das hat nichts mit krank zu tun, sondern wir haben etwas gesehen und wir verhindern, dass etwas passieren wird. Und jetzt bei Marco zum Beispiel, das heißt, das wird jetzt für die nächsten 30, 40, 50, 60, 70, 80 Ja, richtig. Und zu seinem 50.
(30:50 - 31:41)
kriegt er eine 45er Magnum mit einer Batterie. Das sollte eigentlich jetzt über die nächsten vielen Jahrzehnte so eingestellt sein. Blutdruck ist ein Thema, das kann sich verändern.
Also wir wissen jetzt erst mal noch nicht, was wird sich in 20 Jahren bei Marco mit den Hormonen verändern oder gibt es etwas. Also wir können jetzt nicht sagen, gerade im Longevity Ansatz, wir stellen jetzt einmal alles super ein und dann bleiben die Dosierungen und alles das so für deinen Rest des Lebens. Warum? Der Körper, alles das, was wir hier haben, ist ein chronischer Prozess, bei dem ich nur, oder bei dem ich darauf eingreifen kann, um diesen Prozess so stark, wie es nur irgend geht, zu verlangsamen.
(31:41 - 32:01)
Also du meinst damit, der Blutdruck steigt eh in der Zeit? Die Gefäße werden mit der Zeit etwas weniger elastisch sein. Dadurch wird irgendwann der Blutdruck auch etwas ansteigen. Ich kann nur verhindern, dass die Gefäße eben nicht nach 30 Jahren anfangen stiffer zu werden, sondern vielleicht eben erst, wenn er in seinen 80ern ist, dass es langsam losgeht.
(32:02 - 32:15)
Dann bist du in deinen 70ern. Das ist Wettbewerbsverzeihung. Bei AVR2 Max wird immer noch besser.
(32:18 - 32:34)
Das gibt es dann auch als Rollstuhltest. Dementsprechend wäre es ein Irrglaube, zu sagen, ich stelle das ein und ich ärgere mich irgendwann darüber, dass ich nachjustieren muss. Nein, sondern ich werde einfach später nachjustieren müssen, als ich es vielleicht sonst müsste.
(32:35 - 32:52)
Die Sachen haben ja auch Abhängigkeiten. Wir werden zu Testosteron kommen. Was ich nehme, wenn man Bodybuildern zuhört, die das ja übertreiben, also die Testosteron deutlich über die Referenzwerte nehmen, weil sie das Muskelwachstum haben wollen und da gibt es ein paar, die darüber sehr offen berichten und die auch sehr schlau sind.
(32:53 - 33:09)
Und wenn man da genau zuhört, dann sagen wir, eine Sache, die sie extrem managen müssen, ist ihr Blutdruck, dadurch, dass sie das tun. Trotzdem gibt es bei mir möglicherweise auch einen Effekt durch ganz wenig Testosteron auf dem Blutdruck. Ich sage noch kurz das Ergebnis, was rausgekommen ist.
(33:10 - 33:46)
Ich nehme jetzt das Medikament eben. Wir haben ein schönes erstes Event gehabt, wo wir uns mit 50 Leuten getroffen haben und all diese Tests durchgeführt haben. Blut genommen und auf Räder gesetzt und so weiter, EKGs, Ultraschall gemacht und eine 24 Stunden Blutdruckmessung.
Ich war einer dieser Teilnehmer, habe selber logischerweise bei uns teilnehmen wollen und dann kam raus, über 24 Stunden 107 zu 60, was natürlich super ist. Damit bin ich sehr happy, wenn ich das die nächsten Jahrzehnte so fahre. Ein großer Unterschied zwischen Daytime und Nighttime, tagsüber 117 zu 60, nachts 90 zu 55.
(33:47 - 34:02)
Damit bin ich ein Extreme Dipper, wie dieser Report hier sagt, was aber wohl nicht schlecht ist. Ja, also man möchte eigentlich so ein quasi normal Dipper sein. Also man sagt, der Blutdruck von Tag zu Nacht sollte 10 bis 20 Prozent absinken.
(34:03 - 34:21)
Wenn man das mehr macht, also über 20 Prozent, dann ist man eben ein Extreme Dipper. Da ist es dann eher so ein bisschen, dass man sagt, okay, guck mal, was passiert da oder warum in Anführungszeichen stürzt der dann in der Nacht so ab, aber ein Druck von 90 in der Nacht ist völlig in Ordnung. Also wir hatten fest, bei Blutdruck ist Marco der Streber, ja.
(34:22 - 34:41)
Aber ganz kurz, das klingt jetzt erstmal so als wärs zu niedrig, oder? Also wenn man bei 107 ist im Durchschnitt. Also man muss natürlich sagen, da ist die Nacht mit drin, in der Nacht passiert nichts, und tagsüber 117 ist ein Traumwert. Also es geht auch um den Tageswert, du hast es angesprochen.
(34:42 - 35:40)
Also ich möchte natürlich wissen, wo laufe ich tagsüber, ich möchte aber schon auch sehen, wo bin ich nachts. Weil wenn ich eben nicht diese 10 bis 20 Prozent Absenkung habe zu Nacht, dann muss ich mir überlegen, was passiert da in der Nacht, warum taktet mein Körper trotzdem wieder höher. Also es gibt ja gerade so ein sehr oder noch wenig diagnostiziertes Krankheitsbild, weil es nicht häufig durchgeführt wird, die Diagnostik ist die sogenannte Schlafapnoe, also sprich so Atemaussetzer oder Schnarchen in der Nacht, was eben schon zu Stress im Körper führen kann, wenn ich schlafe und den Blutdruck hochtreibe.
Das heißt, in einer Zeit von optimal 7 bis 8 Stunden, wo ich eigentlich mich ausholen soll, wo mein Körper aufräumen kann, wenn ich da nicht aushole, sondern auch noch unter Stresslauf, ist natürlich nicht gut. Darum ist mir die Nacht auch wichtig zu wissen. Aber zum Verständnis, also weil wir jetzt gerade gesprochen haben, über 120 zu 70 ist optimal.
(35:41 - 36:29)
Jetzt hat Markus eine 24 Stunden Blutdruckmessung gemacht, nur dass wir das einmal einordnen können für die Teilnehmer, für die Zuhörerinnen hier. Bedeutet quasi, worauf sie achten würden, wäre der Wert am Tag? Oder wie würde man das einschätzen, wenn so ein Durchschnittswert kommt? Primär am Tag, einfach weil es schon eher so davon auszugehen ist, dass in der Nacht der Blutdruck runtergeht und da ruhiger ist, sondern, also wenn ich so das erste Ding von mir wissen möchte, dann muss ich gucken, ist mein Tageswert unter 120? Wenn ich aber jetzt eben einen Durchschnittswert habe von 107, auch wenn ich einen Tageswert von vielleicht 107 habe und ich darunter keine Symptome habe, eben wie Schwindel, Antriebslosigkeit etc. So what? Also völlig in Ordnung.
(36:30 - 37:07)
Und mein Belastungskopfschmerz ist seitdem noch wieder einmal und sehr moderat aufgetreten. Also ich weiß nicht, ob es der Zusammenhang dann auch, aber möglicherweise ist das ein Unterschied. Gut, aber davor hattest du das eigentlich dauerhaft? Oder eben konduzierbar? Ja, sehr und sehr, sehr heftig und mit Training.
Also ich musste mich einmal durch ein Training durchquellen, weil Kopfschmerzen wieder kamen. Ist auch ganz witzig, ich merke das in dem Moment, wo ich mich aufwärme. Also ich mache drei Squats ohne Gewicht und der Puls steigt wahrscheinlich um 10 an.
In dem Moment weiß ich, oh, heute ist ein Kopfschmerztag. Das war so und das Thema habe ich jetzt seit Monaten vom Tisch. Super, danke.
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